Europäische Klimapolitik hautnah: Planspiel


Im Großen Ratssaal des Nürnberger Rathauses

Verhandeln, argumentieren, Kompromisse finden: Zwei Tage lang schlüpften die Schülerinnen und Schüler des Leistungsfaches Politik und Gesellschaft der 12. Jahrgangsstufe des Hans-Sachs-Gymnasiums in die Rollen europäischer Entscheidungsträger. Bei einem Planspiel zur EU-Klimapolitik am 29. und 30. Juni 2026 erlebten sie hautnah, wie komplex europäische Gesetzgebung sein kann.

Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Laurentius-Gymnasiums Neuendettelsau und des Gymnasiums Bad Königshofen schlüpften sie in die Rollen von Mitgliedern des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission und des Ministerrats. Im Mittelpunkt stand ein hochaktuelles Thema: der Emissionshandel.

Zwei Tage lang wurde beraten, verhandelt und um Positionen gerungen. Die Teilnehmenden bereiteten Reden vor und hielten sie, diskutierten in Fraktionen und im Ministerrat, führten informelle Gespräche und suchten nach einem gemeinsamen Kompromiss, wie das auch in der Wirklichkeit im Gesetzgebungsverfahren der Europäischen Union geschieht. Das Planspiel machte damit auf anschauliche Weise deutlich, wie europäische Politik funktioniert. Eine besondere Herausforderung bestand dabei auch darin, mit den Positionen populistischer Akteure umzugehen – eine Erfahrung, die der politischen Realität sehr nahekam. Und am Ende war vor allem eines gefragt: die Fähigkeit, miteinander zu verhandeln und tragfähige Kompromisse zu finden.

Für viele war gerade dieser Prozess die wichtigste Erfahrung. „Es war spannend zu sehen, wie der Entscheidungsprozess abläuft und wie schwierig es ist, einen Kompromiss zu finden“, berichtete eine HSG-Schülerin. Auch die Möglichkeit, selbst in die Rolle politischer Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger zu schlüpfen, wurde positiv hervorgehoben: „Mir hat das Planspiel sehr viel Spaß gemacht und einen guten Einblick in das Gesetzgebungsverfahren der EU gegeben. Man konnte sich gut in die Lage der Politiker versetzen und verstehen, wie schwierig es z. B. in meiner Rolle als Parlamentspräsident ist, zu einer Einigung beizutragen.“

Eine weitere Schülerin des HSG beschrieb ihre Erfahrungen so:

„Zusammen mit zwei anderen Schulen aus Bayern konnten wir das reale Gesetzgebungsverfahren besser verstehen und sowohl im Parlament als auch im Ministerrat über die EU-Klimapolitik debattieren. Nach zwei anstrengenden und sehr warmen Tagen fanden wir schließlich einen Kompromiss, mit dem fast alle Rollen zufrieden sein konnten. Dabei wurde klar: Politik ist in der Praxis alles andere als trocken.“

Besonders authentisch wurde die Simulation durch den Tagungsort: Getagt wurde in verschiedenen Räumen des Nürnberger Rathauses, unter anderem im Großen Sitzungssaal. „Man fühlte sich wirklich ein bisschen wie im Europäischen Parlament“, so der Eindruck der Schülerinnen und Schülern.

Organisiert wurde die Veranstaltung federführend vom Hans-Sachs-Gymnasium in Zusammenarbeit mit der Akademie für Politische Bildung in Tutzing und EUROPE DIRECT Nürnberg sowie dem Gymnasium Bad Königshofen und dem Laurentius-Gymnasium Neuendettelsau.

  • Schülerinnen und Schüler des Leistungsfaches Politik und Gesellschaft
  • Regina Bürger