Diplomatie macht Schule: Einblicke in die Arbeit des Auswärtigen Amts


Wie sieht der Arbeitsalltag eines Diplomaten aus? Welche Aufgaben übernimmt das Auswärtige Amt in internationalen Krisen und auch bei kleinen Krisen wie einem im Ausland verlorenen Pass? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhielten Schülerinnen und Schüler mehrerer Kurse des Faches Politik und Gesellschaft der zwölften Jahrgangsstufe des Hans-Sachs-Gymnasiums im Rahmen des Programms „Diplomatie macht Schule“.

Zu Gast am HSG war am 22.07.2026 Philipp Aepler, der im Auswärtigen Amt im Team für Wirtschaftssicherheit arbeitet und dort unter anderem für maritime Sicherheit zuständig ist. In diesem Zusammenhang ist er auch Mitglied des Teams, das sich mit dem derzeitigen Konflikt in der Straße von Hormus beschäftigt. Die durch den Krieg dort verursachte Krisensituation für die internationale Schifffahrt hatte den Besuch von Philipp Aepler am HSG im Frühjahr spontan verhindert. Aber diese Terminverschiebung vermittelte gleichzeitig ein eindrückliches Bild davon, wie schnell das Auswärtige Amt reagieren muss und welche Herausforderungen dies für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit sich bringt.

Eindrucksvoll war die Schilderung der eigenen Erfahrungen bei internationalen Verhandlungen. Als besonders erfüllend empfindet Philipp Aepler die Beteiligung an Verhandlungen, beispielsweise im Zusammenhang mit internationalen Klimaverträgen – vor allem dann, wenn spürbar ist, dass es bei den Gesprächen tatsächlich um wichtige und konkrete Entscheidungen geht, die einen positiven Unterschied machen für uns Menschen, indem sie dabei helfen, die globale Klimakrise bekämpfen.

Philipp Aepler berichtete auch von seinen persönlichen Erfahrungen im Ausland. Unter anderem führte ihn sein beruflicher Weg nach Nepal, wo er bereits während seines Studiums ein Praktikum an der deutschen Botschaft absolvierte, sowie nach London, Brüssel und Haiti. Besonders anschaulich schilderte er seine Zeit in Nepal. Auf seinem Weg zur Arbeit konnte er immer wieder die beeindruckende Kulisse der Himalaya-Gipfel in der Ferne sehen – ein Erlebnis, das ihn bis heute begeistert. Für junge Menschen, die sich für eine Tätigkeit im Auswärtigen Dienst interessieren, hatte er einen besonderen Rat: Praktika an kleineren Botschaften oder Konsulaten können mindestens genauso wertvolle Erfahrungen mit sich bringen wie an sehr großen Auslandsvertretungen. In einer kleineren Auslandsvertretung, wie beispielsweise in Nepal, ist die Bandbreite an Aufgaben und Themen für Einzelne größer, sodass man einen umfassenden Einblick in die Arbeit vor Ort gewinnen kann. In großen Botschaften sind die Aufgaben dagegen stärker auf einen spezifischen Fachbereich bezogen.

Wie unterschiedlich die praktische Arbeit an den Auslandsvertretungen sein kann, wurde ebenfalls deutlich: Philipp Aepler berichtete, dass beispielsweise deutsche Botschaften in Krisen- und Konfliktländern auch spezifische Einzelaspekte ihrer Arbeit mit dem Außenministerium in Berlin aufgrund der politischen Brisanz abstimmen, da oft selbst auf den ersten Blick geringfügige Details schnell eine immense politische Bedeutung bekommen können. Dagegen gibt es andere Vertretungen in weniger von Konflikten betroffenen Regionen, an denen die tägliche Arbeit der Auslandsvertretung freier gestaltet werden kann.

Der Besuch machte deutlich, wie abwechslungsreich und unmittelbar relevant diplomatische Arbeit sein kann. Die Schülerinnen und Schüler erhielten nicht nur Einblicke in die Arbeit des Auswärtigen Amts, sondern auch in mögliche berufliche Wege in die internationale Diplomatie. Philipp Aepler, der eigens für seinen Besuch am HSG aus Berlin angereist war, gebührt großer Dank für den Einblick, den er uns ermöglichte!