Rückblick auf den Córdoba-Austausch - Ein echtes Highlight meiner Schulzeit

Spanisch lernen ist schön. Spanisch sprechen ist auch schön. Am schönsten ist es aber, in Spanien mit Spaniern Spanisch zu sprechen.

Das wurde mir beim Schüleraustausch mit einer Schule im spanischen Córdoba in der neunten Klasse bewusst und hat meinen Zugang zu der Sprache nachhaltig geprägt. Dieses Jahr habe ich mein Abitur am HSG gemacht. Unter anderem natürlich auch in Spanisch. – So viel vorweg.

Hier möchte ich nun gerne meine durchweg positiven Erfahrungen von dem damaligen Schüleraustausch teilen und zeitgleich Werbung für Spanisch als dritte Fremdsprache am HSG

machen ;)

 

Wie es am HSG so üblich ist, habe ich seit der achten Klasse Spanisch im Unterricht gelernt und muss ehrlich zugeben, dass ich anfangs nicht wirklich begeistert war. Klar, es ist eine neue Sprache und der Unterricht ist auch durchaus interessant gestaltet – unterm Strich ist es aber eben einfach wie das Lernen der ersten und zweiten Fremdsprache (Englisch und Latein/Französisch). Doch mit der Zeit kam die Begeisterung und vor allem der Spaß. Das, was beim Lernen einer neuen Sprache wohl das Wichtigste ist.

 

Und das hing hauptsächlich mit dem Sprechen an sich zusammen. Zu der Zeit, Anfang der neunten Klasse, hatten wir einen Austauschschüler aus Chile in unserer Klasse und es ist wohl das erste Mal gewesen, dass wir das Gelernte tatsächlich anwenden konnten, außerhalb des Unterrichts natürlich. Ein tolles Gefühl, wenn man merkt, dass zum Beispiel gelernte Vokabeln wirklich von anderen verstanden werden und zu einem Dialog beitragen können – aus dem Klassenzimmer hinaus in die reale Welt sozusagen. Das hat mich damals irgendwie echt begeistert. Abgesehen davon ist Spanisch vom Klangbild und der Einfachheit der Sprache natürlich sehr angenehm zu lernen und zu verstehen. Übrigens habe ich zwei Jahre später selber an diesem Chile-Austausch teilgenommen – aber das hier nur am Rande. Es soll ja um Córdoba gehen.

 

Mit der Stadt in Südspanien hat das HSG schon seit vielen Jahren einen organisierten Schüleraustausch – Córdoba ist nämlich Partnerstadt von Nürnberg. Jedes Jahr im Frühjahr wird den Schülern der neunten und zehnten Klasse angeboten, für eine Woche eine Gastfamilie dort zu besuchen, die in der Regel ein Kind im gleichen Alter haben. Der Austausch läuft nämlich auch gemeinsam mit einer cordobesischen Schule, beruht also mehr oder weniger auf Gegenseitigkeit und dem gleichen Prinzip.

 

Das Interessante ist aber, dass die Spanier kein Deutsch lernen, was heißt, dass die Kommunikation in der Gastfamilie und Schule entweder auf Spanisch oder Englisch erfolgen muss, was einen wirklich aus seiner eigenen Komfortzone heraustreten lässt. Vor allem, wenn man es wirklich mit der spanischen Kommunikation versucht, kann das unheimlichen Spaß machen und fordern sowie fördern.

 

Tatsächlich ist Córdoba klimatisch die heißeste Stadt auf dem spanischen Festland, wovon wir bei unserem damaligen Besuch allerdings nichts mitbekamen. Wir hatten während der gesamten Woche eigentlich nur Regen, was zwar gar nicht zu der Stadt passt, uns aber auch nichts ausmachte. Allein unser Programm für die Woche musste etwas angepasst werden. So verbrachten wir sehr viel Zeit in der wunderschönen Altstadt Córdobas und hatten außerdem viel Freizeit. Das Besondere an der Stadt ist, dass sich hier römisch-christliche und muslimische Kultur historisch stark vermischte, was man selbst heute noch im gesamten Stadtgebiet, vor allem anhand der Architektur sehen kann.

 

Córdoba ist also nicht vergleichbar mit spanischen Städten wie Barcelona oder Madrid, sondern hat seinen ganz eigenen Charme, der sich besonders in der historischen Altstadt mit ihren unzähligen engen Gassen und alten Häusern finden lässt. Im Übrigen besteht gefühlt die ganze Stadt nur aus Altstadt.

 

Ansonsten haben wir natürlich noch sämtliche Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten der Stadt besucht. Hier ist natürlich vor allem die „Mezquita-Catedral“ hervorzuheben. Außerdem stand noch ein Tagesausflug nach Sevilla auf dem Programm, von wo wir auch per Flugzeug an- bzw. abgereist sind.

 

Meiner Meinung nach war das Programm und das Wetter nur nebensächlich, denn das größte Highlight der Reise war das Kennenlernen neuer Leute, das Sprechen der in der Schule gelernten Sprache und das Eintauchen in eine doch sehr unterschiedliche Kultur.

Deshalb kann ich es absolut nur empfehlen, Spanisch als dritte Fremdsprache zu wählen und dann – wenn möglich – auch an dem Córdoba-Austausch teilzunehmen. Denn das sind Erlebnisse aus der Schulzeit, die wirklich bleiben und an die man sich hoffentlich immer positiv zurückerinnern kann. Ich persönlich habe noch immer Kontakt mit meinen spanischen Austauschkollegen von damals und war bereits ein weiteres und mit Sicherheit nicht das letzte Mal in Córdoba.

 

(C. Stiller, Schüler aus dem Abiturjahrgang 2019/21)

2021-12-11-cordoba1.jpeg
2021-12-11-cordoba2.jpeg
2021-12-11-cordoba3.jpeg
2021-12-11-cordoba4.jpeg
2021-12-11-cordoba5.jpeg