Schülerinnen und Schüler des Orthodoxen Religionsunterrichts der Oberstufe am Hans-Sachs-Gymnasium, Nürnberg, haben am Samstag, den 21.3.2026, unter Leitung ihrer Lehrerin Daniela Scholz einen orthodoxen Gottesdienst in deutscher Sprache besucht. Gastgeber war die rumänische Kirche „Heilige Apostel Petrus und Paulus“ in Erlangen, den Gottesdienst hat Pfarrer Chiril zelebriert.
Die Teilnahme an einem Gottesdienst in deutscher Sprache war für die orthodoxen Schülerinnen und Schüler eine ganz besondere und einmalige Erfahrung. Denn normalerweise gehören sie unterschiedlichen orthodoxen Gemeinschaften an, wie z.B. der griechischen, serbischen, russischen, rumänischen, ukrainischen Kirchen, die auch hier in der Diaspora den Gottesdienst in ihren jeweiligen Sprachen halten.
„Gemeinsame Gottesdienste in deutscher Sprache sind hier nicht üblich“, berichtete Pfarrer Chiril auf die Frage eines Schülers. Er persönlich biete es aber regelmäßig Rumänen seiner Gemeinde an, die ihre Muttersprache nicht mehr gut beherrschen sowie auch zur Orthodoxie konvertierten Christinnen und Christen.
Der Gottesdienst heißt in der orthodoxen Kirche Göttliche Liturgie, hat einen festen Ablauf und stellt die Teilnahme am Leben und Leib Jesu Christi dar. Im Zentrum steht die Erinnerung an das letzte Abendmahl.





Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre theoretischen und theologischen Kenntnisse aus dem Unterricht mit praktischen Aspekten während der Liturgie bereichern: Vorbereitung der Opfergabe für die Eucharistie, die Gestik des Priesters und die Gebete, die Apostel- und Evangeliumslesung sowie der Chorgesang wurden von ihnen studiert.
Im Anschluss konnten die Schülerinnen und Schüler auch einen Parastas miterleben. Dieser Totengedenken ist typisch für die orthodoxe Liturgie, vor allem in der Fastenzeit vor Ostern.
Nach dem feierlichen Teil gab es noch ein gemeinsames Beisammensein bei kleinen Snacks. Pfarrer Chiril nahm sich die Zeit, mit den Schülerinnen und Schülern zu sprechen, den Aufbau des Gottesdienstes und die liturgischen Geräte zu erläutern.
Sie wollten ebenso wissen, ob es eine einheitliche deutsche Übersetzung der Liturgie gibt, und wo man allgemein orthodoxe deutsche Literatur für Jugendliche findet.
Viele ihrer Fragen konnte Pfarrer Chiril geduldig beantworten. Zur Reflexion regte das Thema der panorthodoxen Zusammenarbeit der Kirchen und der jungen Christen in Deutschland an. Nach knapp drei Stunden machten sich die Schülerinnen und Schüler beseelt auf den Heimweg. Einer fasste diesen Besuch der Liturgie in deutscher Sprache als „sehr angenehm, familiär und herzlich“ zusammen.




