Oberbürgermeister Marcus König am HSG


Ein Blick hinter die Kulissen der Kommunalpolitik

Am 30. Oktober 2025 besuchte Marcus König die Schülerinnen und Schüler der 11. bis 13. Klassen im Fach Politik und Gesellschaft. Der Oberbürgermeister nahm sich Zeit, um sich – moderiert von mehreren Schülerinnen und Schülern – vor Ort mit den Schülerinnen und Schülern des HSG über aktuell wichtige Themen auszutauschen.

Auf Wunsch der Schülerinnen und Schüler berichtete Marcus König zunächst von seinem Arbeitsalltag. An einem gewöhnlichen Wochentag absolviere er zwischen zehn und vierzehn Termine, selbst an Wochenenden stünden meist noch fünf bis acht Verpflichtungen am Tag an – viel Raum für das Familienleben bleibe da kaum.

Besonders deutlich machte der Oberbürgermeister, wie viel in Nürnberg in Wissenschaft und Bildung investiert werde: Trotzdem werde man mit Sicherheit nie „fertig“ mit den Schulbauten und Sanierungen, berichtete er mit einem schmunzelnden Verweis auf die Wanddurchbrüche am HSG, weil die große Zahl von Schulen im Stadtgebiet Nürnbergs dies einfach unmöglich mache. Aber die Investitionen seien groß: Neue Schulen entstehen, bestehende werden erweitert, und mit der Technischen Universität Nürnberg (UTN) im Stadtteil Lichtenreuth entsteht ein Großprojekt mit einem Finanzvolumen von rund 1,3 Milliarden Euro. Auch die Start-up-Szene wird aktiv gefördert. Ein weiteres zentrales Ziel sei die Steigerung der Lebensqualität. So betreibe Nürnberg die größte E-Bus-Linie unter den deutschen Großstädten und investiere weiter in den Ausbau des ÖPNV. Zugleich setze die Stadt auf Bildung und Kultur – Einrichtungen wie das Dürer-Haus, das Zukunftsmuseum und das Reichsparteitagsgelände vermitteln Wissen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Auch der Klimaschutz kam zur Sprache: Nürnberg saniere öffentliche Gebäude, nutze zunehmend Solarenergie, baue die Fernwärme und das E-Bus-Netz aus. Zudem werde für jedes in Nürnberg geborene Kind ein Baum gepflanzt, und die Breite Gasse werde durch neue Bäume und Begrünung umgestaltet.

Der Oberbürgermeister betonte außerdem die Vielfalt Nürnbergs – rund die Hälfte der Bevölkerung habe Migrationshintergrund. Das Menschenrechtsbüro, der CSD, an dem König selbst teilnimmt, und der Regenbogen-Zebrastreifen in der Innenstadt seien sichtbare Zeichen dieser Offenheit.

Auch politische Themen wie ein mögliches AfD-Verbot oder die Cannabis-Legalisierung wurden offen diskutiert. Marcus König sprach sich gegen ein Verbot der AfD aus, da es wichtiger sei, die Ursachen für die Zustimmung in der Bevölkerung für die Partei anzugehen. Zur Legalisierung von Cannabis äußerte er sich entschieden ablehnend.

Zum Abschluss bedankte sich das HSG mit einem Glas Honig aus der Schulimkerei und einem kleinen gehäkelten Talisman herzlich beim Oberbürgermeister für seinen Besuch und das offene Gespräch. Ein besonderer Dank gilt auch den Schülerinnen und Schülern, die die Moderation übernommen haben!

Tania-Carina Golea (Q12)