Zeitzeugen
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Im Schuljahr 2003/2004 führte die Klasse 6d ein fächerübergreifendes Projekt zum Thema "Zeitzeugen" durch. Dieses Projekt wurde vom "Museum für Kinder" initiiert, das in einer Dauerausstellung das Leben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für Kinder fassbar machen wollte. Dazu wurde neben anderem ein originalgetreuer Kolonialwarenladen, eine Bäckerei und eine Wäscherei aufgebaut.

Die Dauerausstellung existiert noch und kann im Museum für Kinder besichtigt werden. Die Interviews werden dort als begleitende Informationen zur Verfügung gestellt.

Die Klasse 6d hat in einem zweitägigem Projekt an dieser Ausstellung mitgewirkt.

Am ersten Tag besichtigten die Kinder die Ausstellung und überlegten sich dabei Fragen,...

...die sie den eingeladenen Zeitzeugen am zweiten Tag in kleinen Gruppen in Form von Interviews  stellten.

Zum Schluss noch ein historisches Fotos zweier teilnehmender Zeitzeugen:
Ein Interview zum Download.

 

Nürnberger Zeitung 21. Februar 2003

Schüler befragten Zeitzeugen im Kindermuseum

Einblicke in die Welt der Urgroßeltern - Großer "Koch und Waschtag“ zur Vorbereitung - Aufzeichnungen werden für Hörstationen verwendet

"Früher war es in der Schule viel strenger", berichtet die 80 jährige Eva Janssen. "Nur ein Wort zur Banknachbarin, und schon ist der Schell'nbaum umgefallen. Damit ihre Erinnerungen über die Pädagogik und den Alltag "anno dazumal" auch späteren Generationen zugänglich bleiben, fand im Nürnberger Kindermuseum in dieser Woche eine ungewöhnliche Zeitzeugen Aktion statt bei der sich Senioren und Schüler zum Gespräch trafen.

Nicht nur die rigorosen Methoden früherer "Schulmeister" wurden dabei beleuchtet, sondern auch die vielen kleinen , Dinge des täglichen Lebens: "Die Kinder waren sehr interessiert, wie etwa ein Teppichklopfer oder eine Lochzange funktioniert haben", erzählt die Medienpädagogin Anja Topat. Diese und andere Gegenstände aus der Zeit der Urgroßeltern erwiesen sich als ungemein gesprächsfördernd und gaben immer wieder z neuen Fragen Anlass.

Grundidee der Aktion war di Errichtung von so genannten "Hörstationen", erläutert Jutta Moschner vor Kindermuseum: "Damit sollen auch die Wochenendbesucher im Museum Zugang zu solchen authentischen Erinnerungen bekommen." Zehn Zeitzeugen waren eingeladen, und eine 5. Klasse des Hans Sachs Gymnasiums, die unter mehreren Bewerber ausgelost wurde. Gefördert wurde die Projektwoche vom Deutschen Kinderhilfswerk und dem Fonds Soziokultur.

Nach Vorbereitungen in der Schul (etwa das Lernen von Interviewtechniken im Deutschunterricht) trafen sie. die Schüler am Dienstag im Museum mit den Zeitzeugen zu einer ersten Kontaktaufnahme. Dabei wurde gemeinsam gewaschen, gekocht und im Kaufmannsladen gehandelt.

Über diese Beschäftigungen fand sich sehr rasch so mancher Anknüpfungspunkt für die gestrigen Gespräche: "Essen kochen, Spielsachen, Kaffee mahlen und die ganze Lebensgeschichte eben" waren die Themen über die sich die Fünftklässler Phillipp Punicker, Stefan Koll und Simon Amberg informieren ließen. Besonders beeindruckt habe sie die Schilderung über Weihnachten in früheren Zeiten Dass es etwa als Geschenk nur neu Kleider für die Pupen gab, ist heut schwer nachvollziehbar.

Die Schüler wollen aber auf jeder Fall weiter in der Vergangenheit forschen und auch bei ihren eigenen Großeltern nachfragen.

Wie ihre Lehrerin Stefanie Dürr Richardson berichtet, haben auch einige der Fünftklässler den Plan gefasst, die Zeitzeugen einmal zu Hause zu besuchen. "Die Kinder fanden das alles sehr spannend und auch die alten Leute waren sehr aufgeschlossen", zieht sie Bilanz.

Für die 80 jährige Hedwig Scholz aus St. Johannis gab es eine ganz besondere "Vorbereitung" auf die Befragungs Aktion: Zusammen mit Bekannten, Kindern und Enkeln feierte sie Anfang Februar ihren Geburtstag im Kindermuseum. In der inzwischen vertrauten Umgebung erzählte sie dann gestern den Schülern von ihrer Kindheit, den einfachen Speisen wie Kartoffelsuppe oder Sauerkraut mit Erbsenpürree "Ab und zu hat es auch ein bisschen Fleisch gegeben, aber das war dann für den Vater", weiß sie noch.

" Ich habe ein ganz undankbares Thema bekommen", sagt Alfred Landgraf. Die Kinder dürfte es aber dennoch interessiert haben, wie es in früheren Zeiten auf dem flachen Land am "stillen Örtchen" aussah: Ein Plumpsklo direkt neben dem Misthaufen statt Wasserspülung und klein geschnittene Zeitungsseiten statt vierlagigem Tissuepapier.

Clemens Helldörfer 

Link zum Kindermuseum Nürnberg mit den Interviews unserer Schüler und Schülerinnen zum Leben der Urgroßeltern

http://www.kindermuseum-nuernberg.de/

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