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Zwei Schüler aus dem Leistungskurs Sozialkunde/Geschichte haben einen Bericht zum Jursitenkongress in Nürnberg verfasst: Einmaliges Erlebnis – Als Schüler beim internationalen Juristenkongress in NürnbergSeien wir ehrlich! Wer von uns hat sich denn schon mal aus reinem Interesse mit der internationalen Strafgerichtsbarkeit und Institutionen wie dem IStGH in Den Haag und den weltweit verstreuten Ad-hoc-Gerichtshöfen oder gar ihrer Geschichte beschäftigt? Sagen wir mal eher die Minderheit. Aber gerade wir Nürnberger, die wir in einer Stadt leben, die eben nicht nur auf ihre Lebkuchen und Bratwürste sondern auch auf einige Punkte in ihrer Geschichte stolz sein kann, sollten uns vielleicht doch einmal ins Bewusstsein rufen, dass hier vor sechzig Jahren zum ersten Mal eine revolutionäre Idee in die Tat umgesetzt worden ist, die in genau diesen Menschenrechtsprozessen weiterlebt: Staatsmänner wurden für ihre Taten vor Gericht gestellt und verurteilt. Und die Wiederkehr des Jahrestages der Urteilsverkündung im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess 1946 war auch Grund genug für viele hochkarätige Juristen, sich vom 10. bis zum 12. November im Nürnberger Rathaus zum internationalen Juristenkongress 2006 zu treffen. Darüber hinaus bekamen einige Schüler Nürnberger Gymnasien, darunter auch wir, die zwei Autoren dieses Artikels, die Chance, sich einmal direkt ein Bild von der Welt der globalen Rechtsprechung zu machen sowie Zeitzeugen der Nürnberger Prozesse zu treffen. Die zahlreichen Referenten, unter ihnen auch prominente Politiker wie Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, hoben in ihren Vorträgen immer wieder die herausragende Rolle Nürnbergs als Geburtsort der internationalen Strafgerichtsbarkeit und Stadt der Menschenrechte hervor, ohne dabei die Schattenseiten der Prozesse zu vergessen. Denn kein internationaler Gerichtshof, weder damals noch heute, kann sich vom Vorwurf der Siegerjustiz je völlig befreien. Doch stellt sich dabei die Frage, ob ein Volk in der Lage ist, über seine eigene Regierung zu richten? Die Antwort ist immer wieder ein Spagat zwischen Völker- und Menschenrecht, der von der Völkergemeinschaft jedes Mal aufs Neue bewältigt werden muss. Dieser Standpunkt wurde über das gesamte Kongresswochenende auch immer wieder unterstrichen, wobei sich manch ein Redner den einen oder anderen Seitenhieb auf den von den USA stark beeinflussten Prozess gegen Saddam Hussein nicht verkneifen konnte und wollte. Als etwas diplomatischer aber nicht weniger aufschlussreich zeigte sich die Podiumsdiskussion am 11. November, einer der Höhepunkte der Veranstaltung, in der erstmals die Vorsitzenden der verschiedenen Strafgerichtshöfe in Sierra Leone, Tansania und Den Haag sowie Generalbundesanwalt a.D. Kay Nehm umfassend debattierten. Eine Aufzeichnung dieses von Fritz Pleitgen moderierten Kongressabschnitts ist am 14 Nov. um 13.30 auf dem TV-Kanal Phoenix unter dem Titel “Von Nürnberg nach Den Haag - 60 Jahre Kriegsverbrecherprozesse“ ausgestrahlt worden und im Archiv der Homepage des Senders finden sich für Interessierte noch weitere Informationen zum Inhalt des Kongresses. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem Zeitzeugengespräch, bei dem sich Dr. h.c. Anneliese Knoop-Graf, die Schwester eines Mitglieds der Weißen Rose, Johann-Georg Schätzler, Mitglied des Verteidigerstabs der Nürnberger Prozesse und Arno S. Hamburger, Dolmetscher in den Nürnberger Prozessen die Ehre gaben. Angesichts dieser Reihe an bedeutenden Namen und interessanten Veranstaltungen kann sich sicherlich jeder vorstellen, was für ein Glück und eine Ehre es für uns als Schüler war, diesem Kongress beizuwohnen.
von Magnus Auer und Jan F. Schüler des Hans-Sachs-Gymnasiums mit Dr. Wolfgang Schäuble nach dessen Vortrag im Historischen Rathaussaal
Magnus Auer im Gespräch mit Johann-Georg Schätzler, 1945/46 Mitarbeiter im Verteidigerstab von Rudolf Hess
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