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Am Mittwoch, den 28.03.2012, traf sich unsere Klasse um 8 Uhr vor dem Hans-Sachs-Gymnasium um die bevorstehende Klassenfahrt zur KZ-Gedenkstätte nach Flossenbürg anzutreten. Nach gut 90 Minuten Busfahrt kamen wir dann an dem ehemaligen Konzentrationslager an, wo wir von einer Frau, die uns für die nächsten zwei Stunden durch die Anlage führen sollte, erwartet wurden.

 


Die Führung begann hinter dem Tor des damaligen Hauptgebäudes, welches der Eingang zum Lager war. Zunächst wurden wir über die wichtigsten Informationen wie Erbauungsjahr und Funktion aufgeklärt. Dabei ist zu sagen, dass leider nur wenige Bauten im Lager erhalten geblieben sind und auf den in den Fels geschlagenen Terrassen, wo einst die Baracken der Häftlinge standen, nun Wohnhäuser sind. Die Führung ging in der Ausstellung in der ehemaligen Wäscherei weiter, wo uns an einer dreidimensionalen Karte die Lage des Konzentrationslagers erklärt wurde.


Die Häftlinge mussten jeden Tag in den wenige hundert Meter entfernten Steinbruch gehen, wo sie den Granit aus den steilen Felswänden schlagen mussten.
Das Lager war von allen Seiten umzäunt, es gab Wachtürme, von denen aus die Inhaftierten beobachtet wurden und auch die Aufseher, die zum Teil selber Gefangene waren, ließen die Häftlinge Tag und Nacht nicht aus den Augen. Das Entfliehen wurde auch durch die zweimal täglichen Appelle unmöglich. Das Leben im Lager wurde durch schlechte Ernährung, dünne Kleidung und die schwere Arbeit zusätzlich erschwert.


Weiter ging die Führung mit den Geschichten und Schicksalen von einzelnen Inhaftierten, welche oft unglaublich klangen. Darauf kamen wir in einen der wenigen erhaltenen Räume, den Duschraum. Wie uns berichtet wurde, fing hier die Unterdrückung und Peinigung der neuen Lagerinsassen an. Diese wurden in Massen in den verhältnismäßig kleinen Raum gebracht und mit heißem und kaltem Wasser, sowie mit Schlägen gequält.


Nach der Besichtigung dieses sehr bedrückenden Ortes gingen wir über den großen Appellplatz, vorbei an später aufgestellten Grabsteinen, ein Stück aus dem Lager heraus und kamen zum Krematorium, wo die unzähligen Leichen verbrannt wurden. Der gute bauliche Zustand des Krematoriums, an dem der große Ofen und der Seziertisch noch an den selben Stellen stehen, ist wahrscheinlich der Grund, warum man dort den Hass und den Tod am meisten fühlt.


Diese Eindrücke konnte man auf dem Weg vorbei an der Aschenpyramide zur Kapelle verarbeiten. Nach dem wir diese und auch die jüdische Gedenkstätte besichtigt hatten, endete die sehr gute Führung und wir hatten die Gelegenheit, einen Film, in dem Zeitzeugen über ihre Erinnerungen aus der Gefangenschaft sprechen, zu sehen. Es war interessant, wie diese Menschen mit ihrer Vergangenheit umgehen und davon berichten. Nach diesem Einblick konnten wir noch die verschiedenen Ausstellungen betrachten, welche ebenfalls sehr informativ und interessant waren. Der Ausflug endete mit der Heimfahrt nach Nürnberg und war für uns ein Tag mit vielen Eindrücken.


Ludwig Zapf, 9c

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