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Studienfahrt nach Island!

 

Im Rahmen der diesjährigen Studienfahrten sind wir nach Island geflogen, um dort die geologischen Besonderheiten zu erforschen. Innerhalb einer Woche sind wir mit dem Bus einmal auf der Ringstraße Nr. 1 um die Insel herumgefahren, insgesamt fast 2000km. Während der Fahrt hat unser Reiseleiter Enrico viel zu der Geschichte und Geographie Islands erzählt und hat all unsere unzähligen Fragen geduldig beantwortet.

 

Sonntag:

Nach einer (halben) Nacht im Hotel verlassen wir Reykjavik bei Sonnenschein und bekommen einen ersten Eindruck von Island mit seinen heißen Quellen, die z.B. durch Warmwasserleitungen die Gehsteige und Straßen schneefrei halten, seinen Aquakulturen in den Fjorden und besteigen unseren ersten Stratovulkan, den Grábrók.

Durch die Hochebene (Heiði), mit ihren kreisrunden Schafsortieranlagen und vielen Pferden (siehe Foto), geht es weiter bis zu unserem ersten Stopp in der Stadt Sauðárkrókur mit nur 2000 Einwohnern. Dort verbrachten die zweite Nacht in einer urigen Unterkunft mit eigenem Thermalwasser-hot tub unter freiem Himmel.


Montag:

Am Frühstück trauten sich einige, Dorschleberöl, eine echte isländische Spezialität, pur zu probieren und so gestärkt ging es los Richtung Akureyri im Norden. Wir bestaunten die vom Gletscher herausgearbeiteten Vulkanschlote, erfuhren von der Besiedlungsgeschichte durch die Schweden und Norweger und machten dann Mittagspause im botanischen Garten Akureyris, der Hauptstadt des Nordens. Danach ging die Fahrt weiter Richtung Húsavík mit Zwischenstopp am beeindruckenden Goðafoss und seinen rauschenden Wassermassen (siehe Foto), dann vorbei an einem erkalteten Lavastrom, der durch Wasserdampfausgasungen viele kleine pyramidenförmige Hügel, sogenannte Pseudokrater gebildet hatte. Aufgrund des ausnahmsweise etwas stürmischen Wetters hat sich in der Walhauptstadt Húsavík dann keiner mehr zum whale watching getraut.


Dienstag:

Heute standen einige Highlights auf dem Programm, die unsere (geographischen) Herzen höher schlugen ließen. Zunächst konnten wir uns bei einem Stopp auf die vulkanisch aktive Leirhnjúkur Spalte (siehe Foto) stellen, an welcher die eurasische und amerikanische Platte auseinanderdriften. Warmer Dampf, der aus der Spalte emporstieg, machte das zu einer aufregenden Erfahrung! Auf der Weiterfahrt sahen wir Gewächshäuser, in denen, durch Geothermie betrieben, sogar Tomaten und Erdbeeren angebaut werden können, obwohl wir hier gerade mal ca. 100 km vom Polarkreis entfernt waren. Dann kamen wir zum Mývatn (Mückensee), der inmitten eines alten, insgesamt 40km langen Lavastroms liegt und konnten dort einige der Pseudokrater von Skútustaðir besteigen. Weiter ging es auf der kerzengeraden Fluchtstraße, vorbei an einem ehemals subglazialen Tafelvulkan (eine typisch isländische Vulkanform) zum erstarrten Lavasee Dimmuborgir, welcher heute mit seinen bizarren Gesteinsformationen beeindruckt. Weiter ging die Fahrt vorbei am aktivsten Vulkan der Welt, der Krafla, zu einem kurzen Stopp an Solfatarenfeldern (siehe Foto), wo wir Schlammvulkane bestaunten und uns in die warmen, aber nach Schwefel stinkenden Dampflöcher stellten. Der krönende Abschluss war nun ein warmes Thermalbad im Mývatn Nationalpark.


Mittwoch:

Am heutigen Tag passierten wird den nördlichsten Punkt unserer Reise und es wurde sogar extra für uns eine Straße fertig gestellt (siehe Foto, an dieser Stelle nochmal ein herzlichen Dank an unseren nicht aus der Ruhe zu bringenden Busfahrer), damit wir den Dettifoss bestaunen konnten. Der mächtigste Wasserfall Europas, der mit seiner Schüttung von 200m3/sec 100t Material pro Tag flussabwärts verfrachtet. Nach einem Fußmarsch durch Basaltlandschaften wie auf einem anderen Planeten ging es weiter mit dem Bus durch die Hochebene, eine alpine Wüste, in welcher früher die Ausgestoßenen hausten. Dann mussten wir noch geduldig einige Fjorde umfahren bevor wir die Endstation dieses Tages erreichten, das malerische Hafenstädtchen Djúpivogur.


Donnerstag:

Weiter ging es entlang der Ostküste Richtung Süden, wo wir auf der einen Seite das Meer, auf der anderen Seite die riesigen Gletscherzungen des Vatnajökull erspähen konnten. Dieser Gletscher ist der größte Europas und verbirgt vier aktive Vulkane, welche auch immer wieder ausbrechen. Eine seiner Gletscherzungen ergießt sich in den Eissee Jökulsárlón, welchen wir bei strahlendem Sonnenschein besichtigen konnten (siehe Foto). Die fischfangenden Seerobben und die schimmernden Eisberge hinterließen einen bleibenden Eindruck. Auf der Weiterfahrt durch schwarze Sanderflächen erfuhren wir vieles über die Zerstörungsenergie bei einem Gletscherausbruch und konnten sehen, wie der Mensch sich z.B. durch spezielle Brückenkonstruktionen damit arrangiert.


Freitag:

Am letzten Busreisetag bekamen wir noch einige Wasserfälle (Skógafoss, Seljalandsfoss (siehe Foto) und Gullfoss) zu sehen und wurden dementsprechend etwas nass. Neben dem Eyjafjallajökull, der 2010 für zwei Monate aktiv war und die Region unter 30cm Asche begrub, bekamen wir auch die Hekla (isländ. Haube) zumindest aus der Ferne zu Gesicht. Letztere gehört zu den drei aktivsten Vulkanen Islands und galt im zwölften Jahrhundert als Tor zur Hölle. Ein weiteres Highlight dieses Tages war der Besuch des Ur-Geysirs, welcher weltweit der Namensgeber für diese vulkanische Begleiterscheinung ist. Auf der Rückfahrt nach Reykjavik machten wir noch Halt am UNESCO Welterbe Þingvellir. Ein Ort, der nicht nur geologisch (Grabenbruchzone), sondern auch geschichtlich (Volksversammlungsort mit Gesetzgebung und Rechtsprechung bis ins 18. Jahrhundert) von Bedeutung ist. Zurück in Reykjavik war dann der Zeitpunkt gekommen, um sich von Siggi, dem besten Busfahrer der Welt, der ohne ein Wort Deutsch oder Englisch (!) souverän alle Probleme gemeistert hat, zu verabschieden. Zum krönenden Abschluss haben wir am letzten Abend in Reykjavik, trotz sehr geringer Wahrscheinlichkeit, Nordlichter sehen können. Nachts um 23h war plötzlich lauter Trubel auf den Hotelgängen und alle sind auf die Dachterrasse gestürmt, um sich dieses unglaublich beeindruckende Himmelsspektakel anzuschauen (siehe Foto).


Samstag:

Während ein paar Reiseteilnehmerinnen noch die Gelegenheit zu einem Ausritt auf echten Isländern hatten, hatte der Rest der Gruppe am Vormittag Zeit für eine Stadtführung. So konnten wir nicht nur das Haus besichtigen, in dem Reagan und Gorbatschow den Kalten Krieg beendet haben, sondern auch bei -20°Grad eine nachgebaute Eishöhle erkunden. Nach einer ausgiebigen Souvenirjagd in der Altstadt Reykjaviks traten wir am späten Abend den Heimflug nach Nürnberg an, wo wir uns schließlich auch von unserem Reiseführer verabschieden mussten.
Wir haben nicht nur viel gelernt, sondern sind als Gruppe zusammenwachsen und haben gemeinsam Beeindruckendes erlebt und werden uns nicht nur an den täglichen, bei allen Mitreisenden beliebten Skyr zur Mittagsjause erinnern 😉. Diese Woche auf Island wird für uns alle unvergesslich bleiben!


Chiara Friedrich, Tamara Reuther und Eva Mast und Tanja Dikhoff ☺

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