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Immer wieder verleben Schüler des HSG ein Auslandsjahr in den Vereinigten Staaten. Zur Zeit ist eine Schülerin Stipendiatin des Deutschen Bundestages in den USA. Vergangenes Schuljahr war die Oberstufenschülerin Isabella S. in Amerika. Hier ihr Bericht.

 

Ich habe es schon immer geliebt zu reisen. Als ich dann in der 7. Klasse war, hat mein Bruder mit YFU (Youth for Understanding) ein Auslandsjahr gemacht und meine Eltern und ich haben uns entschieden für diese Zeit eine Austauschschülerin aus Japan aufzunehmen. Damals stand für mich schon fest, dass ich mir die einmalige Gelegenheit ein Jahr im Ausland zu leben und zur Schule zu gehen nicht entgehen lassen wollte. Ich wusste damals noch nicht wirklich warum. Natürlich gibt es da die offensichtlichen Vorteile - man kann sich in einer Fremdsprache erheblich verbessern, neue Freunde finden, selbständiger und unabhängiger von den eigenen Eltern werden, sich selbst besser kennen lernen, Abenteuer erleben ... Ich könnte die Liste ewig fortführen, aber jetzt da ich von meinem Jahr zurück bin, weiß ich viel eher, warum ich gegangen bin als vorher.

 

 

Schon Wochen und Monate vor meiner Abreise war ich voller Vorfreude und als ich dann im Mai eine Email meiner Gastfamilie bekommen habe, konnte ich es kaum erwarten endlich zu fliegen. Ich und meine Gastfamilie hätten nicht besser zusammenpassen können. Innerhalb von Wochen waren wir wie eine Familie und es fühlte sich an, als würde ich schon seit Ewigkeiten dazugehören. Ich bin mit meinem gleichaltrigen Gastbruder in dieselbe High School gegangen an der mein Gastvater unterrichtet. Wirklich beeindruckt hat mich die Toleranz und Weltoffenheit meiner amerikanischen Mitschüler. Fast noch mehr jedoch hat mich der so oft beschriebene 'school spirit' fasziniert. Bei jedem Spiel von einer der zahlreichen Sportmannschaften der Schule, bei den Konzerten und Theateraufführungen, bei Marching Band Aufführungen, sowie bei anderen Schulevents waren immer Scharen von Schülern, die begeistert ihre Mitschüler unterstützt und angefeuert haben.

 

Wirklich spannend war es auch mal Schulfächer zu belegen, die an deutschen Schulen gar nicht angeboten werden - wie zum Beispiel 'Environmental Science' oder 'Ceramics'. Musik, Theater und Kunst sind auch wählbare Optionen auf dem Stundenplan. Es ist einfach mal etwas ganz anderes, wenn man für Chorproben und Kunstprojekte jeden zweiten Schultag 1 ½ h Zeit hat anstatt nur 45 min die Woche, wie es vorher in Deutschland für mich der Fall war. Ganz gemäß dem Klischee von einem Schuljahr in Amerika war ich mit meinem amerikanischen Freund auch auf Homecoming, Ringdance (Abschlussball der 11.) und Prom (Abschlussball der 12.) sowie Graduation.

 

Auch wenn es 'High School Year' heißt, so war die Haupterfahrung für mich das Jahr in einer Gastfamilie zu leben. Mit meiner Familie habe ich nahezu alle Staaten der Ostküste besucht. Wir waren von Disney Land in Florida bis ganz im Norden auf der kanadischen Seite der Niagara Fälle. Da ich mit meiner Familie in Virginia Beach gewohnt habe, haben wir auch die ersten Siedlungen der neuen Welt besucht und meine Familie hat mir - zusammen mit meinem Geschichtslehrer - amerikanische Geschichte näher gebracht. Auch eines der 'Civil War Reenactments' - von denen ich bis dahin nur gehört hatte - haben wir besucht. Die Stadt ist außerdem ein Militärstützpunkt und dort steht auch die größte Navy Base der Welt. Der - damals noch - Verlobte meiner Gastschwester hat mich auch mal mit auf ein Schiff der Küstenwache genommen und mir die Basis gezeigt. Natürlich ist es schön so viel vom Land zu sehen, aber noch viel besonderer war es Feste wie Thanksgiving und Weihnachten in einem anderen Land und einer anderen Familie zu erleben. Ich hatte das Glück sogar die Hochzeit meiner amerikanischen Schwester mitzuerleben und bei den Vorbereitungen helfen zu können.

 

Ich dachte immer in einem Auslandsjahr lernt man vor allem die Kultur und Gebräuche des Gastlands kennen, was ich jedoch nicht erwartet hatte, war wie sehr sich meine Wahrnehmung von Deutschland und auch von mir selbst verändern würde.

Für ein Jahr ins Ausland zu gehen war definitiv eine der besten Entscheidungen meines Lebens und ich kann jedem nur raten sich auf das Abenteuer einzulassen.

 

Entscheidend dafür wie gut oder schlecht das Jahr verläuft ist auch die Wahl der Austauschorganisation. Hierbei sollte man darauf achten, dass es sich um eine Non-Profit-Organisation handelt, die die Gastfamilien nicht bezahlt, um sicherzustellen, dass die Familie einen wirklich aufnehmen möchte und man nicht als eine Art Hotelgast gesehen wird. Außerdem ist es ratsam eine Organisation mit langjähriger Erfahrung, guter Vor- und Nachbereitung, sowie ausreichender Betreuung zu wählen. Mein Bruder und ich sind beide mit YFU (Youth For Understanding) verreist und ich kann diese Organisation nur wärmstens empfehlen. Warum? Weil YFU sehr viel Wert auf optimale persönliche Betreuung legt - allein die Vorbereitungstagung dauert eine Woche, in der man ausführlich auf den Auslandsaufenthalt vorbereitet wird.

Mir persönlich haben diese Vorbereitung aber auch die übers Jahr verteilten Seminare im Gastland sehr geholfen, ebenso wie die Gewissheit, dass ich bei Problemen immer meine Betreuerin vor Ort hätte um Hilfe fragen können. Was ich aber an YFU am meisten schätze ist das Gemeinschaftsgefühl. Von Anfang an habe ich mich einfach aufgehoben gefühlt und bei jeder YFU Veranstaltung – von der Vorbereitungstagung bis zum ZZZ (Zurück zu Hause Zelten) hatte ich immer nach kürzester Zeit das Gefühl alle schon ewig zu kennen. So habe ich durch mein Auslandsjahr nicht nur amerikanische sondern auch zahlreiche deutsche Freunde gefunden, die über ganz Deutschland verteilt leben.

 

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