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Bundesfinale Jugend trainiert für Olympia im September 2008



Siegerehrung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel


Ein Olympiasieger am HSG

Der Hockeyolympiasieger und ehemalige Schüler des HSG Max Müller bei seinem Besuch an seiner alten "Wirkungsstätte".
HSG Bezirksmeister 2008

Die Anfänge des Schulhockeys
Ende der sechziger Jahre suchte der Deutsche Hockey Bund (DHB) nach Möglichkeiten, Hockey in breiteren Gesellschaftsschichten bekannt zu machen. Man ermunterte die Vereine, auf Schulen zuzugehen und dort gezielt für den Hockeysport zu werben. Die Schulen konnten zusätzliche Sportmöglichkeiten anbieten und dadurch auch ihre Attraktivität steigern, die Vereine konnten darauf hoffen, mittelfristig mehr junge Mitglieder zu bekommen. Das Training wurde von der Vereinsseite übernommen, unterstützt natürlich durch engagierte Mitglieder der Lehrerschaft.
Der Anfang am Hans-Sachs-Gymnasium (HSG) war im Frühjahr 1970. Unter Leitung der ehemaligen Nationalspielerin Fr. Lietzmann und Unterstützung von Lehrer Deckhut wurde die Neigungsgruppe Hockey am Hans-Sachs-Gymnasium ins Leben gerufen, der anfangs etwa 15-20 Jungen der 5. und 6. Klassen angehörten - zur Erinnerung: Mädchen waren damals etwas besonderes am HSG, es gab genau zwei. Recht schnell gab es erste Erfolge, natürlich dadurch mit ermöglicht, dass auch damals Vereinsspieler, die Schüler am HSG waren, in der Hockey-Neigungsgruppe der Schule waren. Als größter Erfolg ist hier 1972 der 5. Platz bei der Deutschen Schulhockeymeisterschaft zu vermelden.
Auch in den Jahren danach gab es weitere Erfolge bei den Bayerischen Meisterschaften hinzu. Die Spieler und nach und nach nun auch die Spielerinnen - weil es nun immer Mädchen am Hans-Sachs-Gymnasium gab - , wuchsen in die höheren Altersklassen hinein.
(nach Ruprecht / HGN)
Neue Belebung
Nach dem Fortgang des die Neigungsgruppe betreuenden Lehrers wurde Hockey zunächst zwar noch weiter an der Schule betrieben, verschwand aber immer mehr im Neigungssportangebot der Schule Ab dem Schuljahr 1988/89, nach fast zehnjähriger Pause, rührte sich Hockey wieder am Hans-Sachs-Gymnasium. Sportlehrer „Charly“ P. Wild übernahm in diesem Schuljahr die Betreuung der Neigungsgruppe – und wurde gleich im ersten Jahr Bayerischer Meister mit einer Jungen-II-Mannschaft. Und seit dieser Zeit ist das Hans-Sachs-Gymnasium in jährlicher Konstanz mindestens in einer der Wettkampfklassen Bayerischer Meister, meistens sogar in mehreren.
Größte Erfolge
Nicht genannt können dabei die zahlreichen errungenen Bayerischen Meisterschaften; stellvertretend dafür seien daher die 3 Meistertitel im Schuljahr 2003/2004 genannt bzw. 2 im Schuljahr 2004/2005.
Auch nicht weiter in Zahlen ausgedrückt ist die regelmäßige Teilnahme bei der Deutschen Endrunde beim Turnier Jugend trainiert für Olympia, das jährlich in Berlin stattfindet. Die erste Teilnahme datiert dabei aus dem Jahr 92/93(Mädchen III)
Die Krönungen der konstanten Neigungsgruppenarbeit wurden schließlich im Jahr 2002 mit dem Vizemeistertitel durch die Jungen-III-Mannschaft erreicht bzw. mit dem Titel des Deutschen Schulhockeymeisters im Jahr 2003 durch die Mädchen III.
Besonders erwähnenswerte Leistungen von Schülern der Neigungsgruppen
Für die deutsche Nationalmannschaft im Hockey spielten bisher in verschiedenen Altersklassen:
Hannah Krüger, Sandra Rupprecht, Adrian Amon, Max Müller und Christopher Wesley (siehe Fotos)
Im Ausland spielte der ehemaliger Schüler Christian Wild während seines Studienjahres 2005 in Bilbao im spanischen Club Real Club Joseta (siehe Foto).

Zusammenarbeit mit Vereinen
Grundstein für die Erfolge ist sicherlich die hervorragende Jugendarbeit der Nürnberger Hockeyvereine. In enger Zusammenarbeit versucht die die Schule mit allen Hockeyvereinen zusammenzuarbeiten. Herauszuheben ist dabei die durch die jahrzehntlange Tradition entstandene vertragliche Schularbeitsgemeinschaft-Schule und Verein (SAG) zwischen dem Hans-Sachs-Gymnasium ab 1992 und der Hockeygemeinschaft Nürnberg (HGN). Ohne Vertrag aber nicht minder fruchtbar ist die Zusammenarbeit mit dem Nürnberger Hockey -u. Tennisclub (NHTC).
Kurzer Ausblick auf die zur Zeit in Hockeyneigungsgruppen befindlichen Schüler:
Im Schuljahr 2005/2006 haben sich 36 Mädchen und 58 Jungen zur Neigungsgruppe Hockey eingetragen.
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Jungen II
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Jungen III
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Jungen IV
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Mädchen II
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Mädchen III
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Daher konnten für das Turnier Jugend trainiert für Olympia folgende Mannschaften gemeldet werden:
1 X Mädchen II , 1 x Mädchen III und 2 x Mädchen IV
1 X Jungen II; 1 X Jungen III und 2 x Jungen IV
(Charly P.Wild)
Ein Artikel aus dem letzten Jahresbericht:
„Für die deutsche Nationalmannschaft im Hockey spielen: … Hannah Krüger … Adrian Amon, Max Müller und Christopher Wesley…„
Du stehst am Platz, hörst deinen Namen durch den Platzlautsprecher. Die Deutsche Flagge weht dir gegenüber am Mast, die Nationalhymne wird abgespielt. Eigentlich hättest du mitsingen sollen, sagte der Manager. Du machst es auch, wenn auch nur leise und nur ab und zu ein paar Worte, denn zu viele Gedanken gehen dir durch den Kopf…
Endlich ist es soweit , denkst du. Du bist mit dabei. So lange hast du darauf hingearbeitet. Viel Freizeit geopfert. Zweimal Training pro Woche im Verein oder noch öfter. Dazu kamen die vom DHB verlangten Trainingseinheiten zur Verbesserung der Ausdauer und der körperlichen Fitness. Beschummeln konntest du die Verantwortlichen im Verband nie, denn die haben es sofort gemerkt, wenn du nicht fit warst. Der Laktat-Test zu Beginn der Maßnahmen gab stets genau Aufschluss über deinen Trainingszustand, er war der unbestechliche Beweis deiner Fitness. Jedes Mal, wenn er von den Trainern verlangt wurde, war es eine Stunde der Wahrheit. Beim Lauf um den Platz herum ging dir immer wieder durch den Kopf: Wird dein Wert gut genug sein oder wird der deines Mitspielers und Konkurrenten diesmal vielleicht doch besser? Du weißt, dass vieles auch von diesem Ausdauerwert abhängt, weil zu viele gute Spieler beim Lehrgang sind und es daher Kriterien geben muss, die das Aussortieren ermöglichen. Deswegen hängst dich in allen folgenden technischen Trainingseinheiten noch mehr rein. Du lässt dich von den Trainern bei den Übungsformen richtig fertig machen, nur um einen guten Eindruck bei ihnen zu hinterlassen. Nicht alles gelingt dir dabei. Haben es die Trainer gesehen ??? Aber haben sie auch hingeschaut, wenn du gut warst ??? Du weißt es nicht. Nach jeder Einheit wird dir mehr oser weniger bissig vom Bundestrainer mitgeteilt, was er nicht gut fand. Lob gibt es selten! Und Abend für Abend hörst du dir seine Weisheiten an, was du noch besser machen könntest. Dann die ewig langen Videobesprechungen beim Lehrgang… Natürlich bringen sie auf Dauer etwas, aber der Tag war schon zu lange und anstrengend genug. Du bist müde. Noch vor dem Frühstück begann alles mit einem Morgenlauf, und er findet bei jedem Wetter statt. Jetzt, am Abend bist du absolut fertig. Manchmal geht dir durch den Kopf, warum all die Anstrengungen, der Frust und Ärger. Rentiert sich alles? Du weißt es nicht. Deine Mitschüler sind zu diesem Zeitpunkt schon lange zu Hause oder sind freizeitmäßig unterwegs. Du aber bist nun 15 Stunden auf und musst immer noch den Wachsamen spielen!!!
Lehrgangsende !!! Endlich. Nach Tagen der körperlichen Anstrengung, des Frustes und der Ungewissheit ist es soweit. Wird dein Name im Aufgebot genannt oder bist du „Nachrücker“ ??? Dann war eigentlich fast alles um sonst. Du kommst nicht in die Mannschaft und musst warten – oder hoffen ??? - , dass einer deiner Freunde ausfällt, verletzt wird oder so… Welch unsportlicher Gedanke …
Aber heute hast du das Glück des Tüchtigen. Dein Name wird im Aufgebot genannt, du bist mit dabei!!! Du hast es erreicht, worauf du solange hingearbeitet hast und darfst für Deutschland spielen. Endlich!!!
Lange war der Weg. In Gedanken siehst du dich noch in den Anfängen deiner Hockeylaufbahn. Am Anfang war alles spielerisch und lustig. Unklar war die Zukunft. Zunächst standen immer deine Eltern hinter und neben dir, halfen dir, die Kritik zu ertragen, hielten dich an, weiter zu machen. Du hattest dann auch Glück, weil du in einem gut organisiertem Verein Trainer bekamst, die dir halfen, dein Potenzial zu entdecken. Vor allem einer war es – wie immer gibt es besonders den Einen – der ganz fest an dich glaubte, und dir immer wieder was Neues beibrachte, ja letztlich auch abverlangte. Natürlich tat er dies auch für sich und für seinen Ehrgeiz. Natürlich wollte auch der Verein, dass aus dir etwas wird.
Du wurdest dann irgendwann mal „gesichtet“. Da standen plötzlich dir unbekannte Verbandstrainer auf dem Sportplatz und verlangten dir ganz besondere, auch schwierige Übungsformen ab, von denen manche den praktischen Sinn vermissen ließen, so glaubtest du wenigstens. Aber alles war gut durchdacht von den Prüfern – wollen wir es wenigsten annehmen !? - und diente dem Aussieben der guten von den weniger guten Spielern . Oder wurden dabei nur die Glücklichen von den an diesem Tag weniger Glücklichen als Auswahlspieler ernannt??? Du weißt es nicht. Manchmal traf die Nichtbenennung auch einen wirklich guten Spieler, der das Pech hatte, dass in der zu nominierenden Auswahlmannschaft sein Platz als Spieler schon mehrfach besetzt war, von Spielern, die aus irgendeinem für dich unerfindlichen Grund vorgezogen wurden. War es vielleicht dessen Verein, der bekannter war als deiner? … Du wirst es nie erfahren. Letztlich kann dir dies auch gleich sein, denn du bist jetzt ja dabei. Dein Weg führt dich jetzt - einmal für gut befunden – zügig über die Bayernauswahl zu höheren Ehren. Wenn du Glück hast, spielst du auch in einem Verein, dessen Jugendmannschaften sich für Deutsche Meisterschaften qualifizieren. So hast du einmal mehr die Chance, dich vor großem Publikum und möglicherweise vor den Bundestrainern zu präsentieren. Da du gut bist, bekommst du auch die ersten Auszeichnungen, sogar die Fachpresse erwähnt in Berichten deinen Namen, weniger die lokale Presse, denn Hockey ist ein „Exoten“-Sport, über den zu berichten mancher heimische Journalist nicht für würdig befindet.
Und trotzdem zitterst du bei jeder „Zentralen Sichtung“ deines Bundesverbandes, denn zu oft hat man schon erlebt, dass man aus dem Kader fliegt, ohne Vorankündigung und ohne echten Grund! Dann war alles umsonst, neben dem Frust erfährst du nicht selten auch Häme und Spott deiner Vereinsmitspieler und „Freunde“ …
Doch heute ist alles anders. Du wurdest für die Nationalmannschaft nominiert und darfst vor großem Publikum, vor Fernsehen und Presse spielen. Gerne würdest du haben, dass deine Freunde dich jetzt sehen könnten, deine Lehrer, dein Direktor. Er hat dich zwar unterstützt, wenn du dich für Lehrgänge vom Unterricht befreien lassen musstest, aber hat er dich auch verstanden, dass es dir wichtig war, für Deutschland zu spielen??? Seinen gut gemeinten Rat, die Schule nicht zu vernachlässigen, nahmst du mit dem Versprechen zur Kenntnis, dies auch zu tun. Aber es war nicht immer leicht bei der immer geringer werdenden Zeit pro Tag, sich umfassend auf die Schule vorzubereiten. Durch dein Wissen über die Trainingslehre hast du zwar gelernt, die Zeit richtig zu planen und Prioritäten zu setzen, doch nicht immer waren alle Lehrer mit deiner Zeiteinteilung und Lernauswahl zufrieden. Einige konnten dich verstehen, sie halfen dir, sie unterstützten dich bei Schulaufgabenvorbereitungen oder legten auch mal ein gutes Wort für dich bei Kollegen ein. Vielleicht hat in der Schule auch geholfen, dass du über mehrere Jahre den Namen deines Gymnasiums in Deutschland bekannt gemacht hast, zumindest in der Hockey-Welt oder wenigstens bei den Leuten von „Jugend – trainiert – für – Olympia“ ??? Du bist dir darüber aber nicht so sicher, denn die Erfolge im Sport zählen doch bei manchen Lehrern nicht so sehr. Übrigens, die nächste Olympiade kommt ja auch bald. Sie ist in China, in Peking. Wenn du weiter so gut trainierst, kannst du ja vielleicht sogar dabei sein. Die Möglichkeiten sind da. Wer weiß? Du bist dir sicher, wenn du dort dabei bist, werden sich viele an dich erinnern, dass du einmal Schüler des Hans-Sachs-Gymnasiums warst.
Plötzlich geht dir auch der Dank an alle durch den Kopf, die mit geholfen haben, dass du soweit gekommen bist. Deine Eltern, deine Trainer, dein(e) Sportlehrer, die Lehrer, die dich verstanden haben, dir halfen.
Du stehst heute am Platz und spielst für Deutschland. Und wenn es auch das letzte Mal sein sollte, dies kann dir niemand mehr nehmen. Auch das nicht, dass du gelernt hast, dich durchzusetzen, Frust zu ertragen, Entscheidungen zu fällen im Spiel oder für deine Laufbahn. Du hast gelernt und erlebt, dich für andere einzusetzen, deine Zeit für dich richtig einzuplanen, dich für eine Sache voll und ganz einzusetzen und heute mit beizutragen etwas Großes zu erreichen ….
Übrigens : Max Müller, Adrian Amon und Christopher Wesley wurden im Jahr 2004 Europameister der U 16 und spielen nun in der U 18 bzw. Max Müller schon in der U 21 und Hannah Krüger spielte mehrmals in der U 16 und U 18 für Deutschland.
Charly P. Wild

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