Frankreichaustausch

"Die Zukunft unserer beiden Länder […] und der höchste Trumpf für die Freiheit der Welt bleiben die gegenseitige Achtung, das Vertrauen und die Freundschaft zwischen dem französischen und dem deutschen Volk."

(Charles de Gaulle)

 

Frankreichaustausch 2010

25 Jahre deutsch-französische Freundschaft

zwischen dem « Collège Jacques Daguerre» und dem Hans-Sachs-Gymnasium

Lundi 8 mars: Fast neun Stunden werden wir heute mit dem Zug von Nürnberg nach Paris unterwegs sein. Ein längerer Zwischenstopp in Köln ermöglicht uns eine Stippvisite im Dom und die Aufnahme unseres ersten Gruppenfotos. Spätestens im „Thalys“ Richtung Paris erste Anzeichen von Nervosität: Neun Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufen werden 2010 mit StRin Glas und OStR Jerabek das Abenteuer wagen und eine Woche in ihrer französischen Gastfamilie leben, den Unterricht an unserer Partnerschule (dem „Collège Jacques Daguerre“ in Cormeilles-en-Parisis) besuchen, Paris besichtigen und in die französische Sprache und Kultur eintauchen, um dann im Mai selbst Gastgeber zu sein und den Franzosen die mittelfränkische Heimat zu zeigen. Am Gare du Nord angekommen werden wir schon sehnsüchtig erwartet: Die erste Begrüßung (à la française klassisch mit „faire la bise“) gemeistert geht es mit dem Zug gemeinsam in das etwa 25 Kilometer entfernte Cormeilles-en-Parisis, wo die Deutschen von den französischen Gastfamilien freudig empfangen werden.

O-Ton Oliver: „Mit dem Auto wurde ich weiter in Richtung meiner neuen Heimat für eine Woche chauffiert. Nach dem Kennenlernen der Eltern, der Schwester und des Hundes meines Austauschpartners gab es dann erst einmal etwas zu essen. Da es nach einigen Gesprächen mit kleineren Kommunikationsschwierigkeiten ;-) schon spät war, gingen wir schlafen und ich freute mich schon auf den nächsten Tag. Neues Vokabular: le zizi.

 

Mardi 9 mars: Erster Schultag, erstes Mensaessen, erste Exkursion nach Paris. Das umzäunte Schulgelände und die Kontrolle am Eingang, die wesentlich kleineren Unterrichtsräume, die Fachräume der Lehrerinnen und Lehrer sind, zu denen die Schülermassen pilgern müssen, die von außen aus Sicherheitsgründen einsehbaren und nur zu bestimmten Zeiten frequentierbaren Toiletten, das routinierte Aufstellen der Schulklassen nach jeder Pause auf einem Karree im Hof und ihr folgsames Warten auf die Lehrkraft, die sie für die kommende Stunde abholen wird – all das sorgt unter den deutschen Austauschpartnern für großes Erstaunen und ein gerüttelt Maß an Irritation! Nach ihrem Aufenthalt wird so manche Freiheit an ihrem Gymnasium ungleich mehr wert sein…

O-Ton Robin: „Heute in der ersten Stunde hat Madame Heusch [Anmerkung: die den Austausch betreuende französische Kollegin] uns das Schulhaus gezeigt und den zwei Direktorinnen vorgestellt. In der zweiten Stunde hatte ich Englisch. Dann war Pause; danach in Deutsch haben wir bei Madame Heusch ein Brainstorming gemacht, was uns alles zu Frankreich einfällt. Neues Vokabular: embrasser, le coiffeur.

Nach dem Mittagessen in der Kantine führt uns ein Spaziergang durch Paris von der „Arche de la Défense“ über den Jardin des Tuileries bis zum Louvre mit der Pyramide.

O-Ton Leona: „Exkursion nach Paris. Besichtigung der „Arche“ der Menschenrechte. Bekannte Skulpturen: Daumen, Spinne und Liebespaar. Jardin des Tuileries: der hinterhältige Überfall der Möwen und Diebstahl der Madeleines. Atemberaubender Kopfstand auf den Säulen des Palais Royal. Neues Vokabular: merde, le fun.“

 

Mercredi 10 mars: Der nächste Tag führt die deutschen und französischen Austauschpartner dieses Mal gemeinsam in die Hauptstadt. Zunächst lassen sich vom Eiffelturm herunter bei atemberaubender Sicht das Häusermeer bis zum Horizont und die Hauptverkehrsadern der Seine-Metropole bestaunen. Bei einem gemeinsamen Mittagessen konnte sich für den folgenden Museumsbesuch gestärkt werden.

Ton Patrick: „Oben [auf der Tour Eiffel] war es sehr schön, weil man eine sehr gute Aussicht auf Paris hatte. Alle hatten viel Spaß und machten viele Fotos. […] Danach haben wir […] in einem sehr guten Restaurant zu Mittag gegessen. Am Nachmittag besuchten wir dann die „Cité des sciences et de l‘industrie“ − ein großes Museum, in dem viel Eigeninitiative gefragt ist. Neues Vokabular: une fraise, un saut.“

 

Jeudi 11 mars : O-Ton Jonas: „Der vierte Tag in Frankreich begann wie immer mit einem leckeren Croissant und einem Pain au chocolat. [Nach der ersten Pause] sind wir nach Versailles gefahren, um das Schloss und den Garten zu besichtigen. Nach einem kleinen Picknick im Freien fuhren wir wieder nach Cormeilles, um uns mit unseren Austauschpartnern möglichst schnell für den Empfang beim Bürgermeister vorzubereiten. Es wurden dort einige Reden von den Direktoren der beiden Schulen [Anmerkung: Madame Garcia für das Collège Jacques Daguerre und StD Fischer für das HSG] und dem Bürgermeister gehalten, aber […] das Beste war, dass wir wieder mit den Franzosen/ Französinnen zusammen waren und sehr viel Spaß hatten. Neues Vokabular: la vinaigrette, des boulettes.

Der Empfang durch M. Boëdec, Bürgermeister der Stadt Cormeilles-en-Parisis, ehrte das 25-jährige Jubiläum des Schüleraustausches zwischen dem Collège Jacques Daguerre und dem Hans-Sachs-Gymnasium. Ein Vierteljahrhundert gelebte Geschichte, kultureller Austausch und Begegnungen mit Schülerinnen und Schülern von der anderen Seite des Rheins. Ein Erfolgskonzept…

 

Vendredi 12 mars : Ein letztes Mal Unterricht und Mensaessen am collège, dann durften die deutschen Schülerinnen und Schüler zu Fuß in einer von Madame Heusch entwickelten Rallye Paris auf eigene Faust erkunden. Ihr Fleiß wurde am Abfahrtstag durch kleine Prämien belohnt.

O-Ton Nina: „In Gruppen kamen wir im Rahmen der Rallye unter anderem an der Kirche Notre-Dame vorbei. Am Ende hatten wir noch ein bisschen Zeit zum „faire du shopping“ im „Forum les Halles“. Neues Vokabular:                  le brouillard.

 

Samedi 13 et dimanche 14 mars : … in den Familien. O-Ton Florian: „Le week-end: Am Samstag ging’s dann auf zur Shoppingtour in Paris, der Modehauptstadt schlechthin, mit fast allen Austauschpartnern, aber ohne Lehrer. Abends gab es auf meinen Wunsch eine „dégustation de poissons“ mit Austern, Langusten, Kabeljau, Schwert- und Thunfisch und dazu Weißwein, wie es sich gehört. Danach hatten die französischen Austauschpartner netterweise Eislaufen für alle organisiert. Der Sonntag begann mit einer weiteren Partie Kicker („la France contre l’Allemagne“) mit eher mäßigem Erfolg [Anmerkung: … wohl für die deutschen corres]. Nach dem Mittagessen haben wir uns zur Crêpes-Party aufgemacht. Abends ist Kofferpacken angesagt, da ja am nächsten Morgen bereits der Abschied bevorsteht. Neues Vokabular: le but, une blague, une bagarre.

 

Lundi  15 mars : Tränen- und umarmungsreicher Abschied bis zum Gegenbesuch Anfang Mai in Nürnberg. Über Köln, das Rheintal und Frankfurt/ Main wieder zurück nach Hause. Eine Woche nur – und doch so viele Eindrücke, so viel Neues, so viele Geschichten, die es nun zu Hause zu erzählen gilt.

Das Fazit insgesamt (O-Töne der neun beteiligten Schülerinnen und Schüler):

„Sehr schön, aber zu kurz.“, „Freu mich schon auf Mai.“, „Wann fahren wir wieder hin? War toll!“, „Extrem schöne Erfahrung!“

Eure Meinung zur Gastfamilie: „zuvorkommend“, „géniale“, „très sympa“, „supernett, aber viel zu viel Essen!!!“, „supernett und offen, sehr geduldig“

Welche Programmpunkte haben euch besonders gefallen?

Tour Eiffel

Arche de la Défense

Bon-Appétit-Ausstellung

Gemeinsames Essen

Inwiefern hat sich eure Einstellung zu Frankreich, Französisch und den Franzosen geändert?

„Ich spreche lieber und lockerer Französisch.“

„Gar nicht, denn jeder ist verschieden!“…

 

… oder um es mit Konrad Adenauer zu sagen: 

"Wir leben zwar alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont."

 

Regina Glas

 


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